Adyton

Adyton (griech., „unzugänglich“). Das Unbetretbare oder das Allerheiligste, lat. Sacrarium, Sanctum Sanctorum, hebr. Kadosch-Kadoschim, das für alle oder einzelne Menschen bzw. Menschengruppen überhaupt oder zu gewissen Zeiten unzugänglich ist. Das Verbot bringt die Heiligkeit des Ortes, die durch menschliche Unreinheit nicht entweiht werden darf, oder auch die Rangordnung der Menschen in einer religiösen Gemeinschaft zum Ausdruck. Im A. feiern die Priester Teile besonderer Zeremonien, aber auch die Orakelsprüche (> Orakel) werden dort vorbereitet. Homer spricht vom A. in der Ilias, V, 420, Cäsar im Bellum Civile III, 105.
Adyton oder Abaton heißt auch der hinter der Bilderwand (Ikonostase) sich befindende Kultraum der orthodoxen Kirchen.
In der Esoterik wird A. auch als Bezeichnung für den > Kausalkörper auf der höheren Mentalebene verwendet.

Lit.: Bambamius, Joannes: Apotheosis Principum Superstitum Seu Principes Divi, licet Vivi, & vel ideo Eorundem Occulti Pectoris Adyton. Hamburgi: Rebenlin, 1690; Thalmann, Susan K: The adyton in the Greek temples of South Italy and Sicily. Ann Arbor: Univ. Microfilms Internat, 1987.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1