Adrastos

Adrastos (griech., „dem man nicht entrinnen kann“),  König von Argos, Sohn des Talaos und der Lysimache, Bruder der Eriphyle.
Um den Polyneikes, der aus Theben fliehen hatte müssen, und den Tydeus, der aus Kalydon vertrieben worden war, wieder in ihre Heimat zurückzuführen, sammelte A. ein Heer und führte den Zug der Sieben gegen Theben. Dort kamen alle bis auf A. ums Leben, den sein Pferd Areion, das > Poseidon mit > Demeter gezeugt hatte und das über Herakles den Weg zu A. fand, rettete.
Zehn Jahre nach diesem Kriegszug führte A. die Söhne der Gefallen, die Epigonen, in einem zweien Zug gegen Theben, eroberte und zerstörte die Stadt. In der Schlacht fiel jedoch auch sein Sohn Aigialeus, worüber er sich zu Tode grämte. Er starb in Magara, wurde auf dem Marktplatz von Sikyon begraben und dort in historischer Zeit als Heros kultisch verehrt.

Lit.: Blatter, R.: Adrastos als Friedensstifter. In: Archäol. Anz. 98 (1983), S. 17–22;  Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie.  8., erw. Aufl. Wien: Verlag Brüder Hollinek, 1988. 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1