Adibuddha

Adibuddha (sanskr., „Urbuddha“). Die Schulen des > Buddhismus kennen eine Vielzahl von > Buddhas und > Bodhisattvas, die in späterer Zeit in eine Art Beziehungssystem gestellt wurden. Nach dieser Vorstellung gibt es seit Uranfang einen Buddha, der ewig und durch sich selbst entstanden ist. In Meditation (> Dhyana) seiner selbst bringt er die fünf Meditationsbuddhas hervor, die ihrerseits fünf Dhyani-Bodhisattvas erstehen lassen, aus denen in einander ablösenden Schöpfungen das Universum hervorgeht. Während diese Buddhas bzw. Bodhisattvas in höheren Welten leben, tauchen auf der Erde als Ergebnis magischer Projektionen fünf menschliche Buddhas (manushi-buddhas) auf. Diese Konzeption des Adibuddha geht bis in das 9. Jahrhundert zurück. Als eine Art Urschöpfer habe A. auch zahlreiche esoterische Lehren und > Tantras verkündet.

Lit.: Glasenapp, Helmuth von: Buddhismus und Gottesidee. Mainz: Verl. d. Akademie d. Wiss, 1954.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1