Actio in distans

Actio in distans (lat.), Fernwirkung. Begriff zur Bezeichnung von Wechselwirkungen ohne vermittelndes Medium. Wichtigstes Beispiel ist die Gravitationstheorie von I. Newton. Historisch wurden Fernwirkungstheorien schon früh als unbefriedigend empfunden und durch Wirbeltheorien, Äthertheorien, und Feldtheorien ersetzt. In der Paranormologie spricht man von > Telekinese ohne Angabe eines Mediums und in der Parapsychologie von > Psychokinese, wobei man > „Psi“ als verursachendes Medium ausmacht. Im > Spiritismus spricht man vom Wirken der > Geister, vornehmlich Verstorbener, während im religiösen Bereich darüber hinaus auch transzendente Mächte wie > Engel, > Dämonen, > Selige, > Heilige und Gott genannt werden. Empirisch ist die actio in distans in Ermangelung eines vermittelnden Mediums als Effekt höchstens phänomenologisch, nicht aber ursächlich zu erklären.

Lit.: Hesse, M.: Action at Distance and Field Theory. In: Donald M. Borchert (Hg.): The Encyclopedia of Philosophy. New York: Simon & Schuster, 1967, 9-15.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1