Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm (lat. equisetum arvense), auf Äckern und am Wegesrand häufig anzutreffende blütenlose Heilpflanze mit tiefgehenden, fest verankerten Wurzelstöcken, deren Giftigkeit in der Literatur sowie in der Volksmeinung umstritten ist. Der Pferdeschwanz, engl. horsetail, wächst bevorzugt auf Wiesen sowie am Feld-, Wald- und Wegesrand.
Die Namen Scheuerkraut und Zinnkraut für den A. deuten auf die Verwendung des kieselsäurereichen und Saponine enthaltenden Krautes zum Reinigen von Geschirr, später besonders von Zinngeschirr, hin. Aufgrund ihres hohen Kieselsäuregehaltes, der bis zu 70% betragen kann, wirkt die Pflanze auch harntreibend, was sich z. B. aus der Bezeichnung Pißkrut ablesen lässt. Weltweit wird die Pflanze in der Volksmedizin gegen Durchfall benutzt. Bei Lungenbeschwerden und zur Blutstillung wird der A. ebenfalls angewandt.
Hexenbesen ist ein weiterer Name für den A., der im magischen Bereich vor allem in der Schlangenmagie und im > Fruchtbarkeitszauber Bedeutung hat. Die aus dem stabilen Halm der Pflanze hergestellten Pfeifen sollen nach alter Indianerweisheit Schlangen anlocken, während im Mittelalter die getrockneten Ähren in Form von > Talismanen, die im Schlafzimmer aufgehängt wurden, die männliche Fruchtbarkeit unterstützen sollten. In Südmexiko gilt der equisetum myriochaetum als > Aphrodisiakum.
Die der Saturn-Pflanze bisweilen zugeschriebene psychoaktive Wirkung ist unsicher (Rätsch, 597).

Lit.: Magister Botanicus: Magisches Kreutherkompendium. Speyer: Die Sanduhr, ²1995; Marzell, Heinrich: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. Bd. 2. Leipzig: Hirzel, 1972; Müller-Ebeling, Claudia u. a.: Hexenmedizin. Aarau, CH: AT, ²1999; Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Aarau, CH: AT, 1998.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1