Achat

Achat (engl. agate). Unter A. wird eine ganze Edelsteinfamilie zusammengefasst: roter A. oder Karneol, Obsidian, Laubachat oder Moosachat, Chalcedon; weißer A. oder Anacthit, Hirschhornstein, Stephanstein und Adlerstein.
Der älteste Achat stammt aus Ägypten. Die Chinesen kennen ihn unter dem Namen Manao. In Indien, Nepal und Tibet wird dem enggebänderten A. besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dort ist er ein Glücksbringer, der auch das Leben verlängert. Nach Theophrast soll der kostbare Stein aus dem Fluss Achates in Sizilien stammen, während Plinius einige seiner Merkmale aufzählt, so etwa seinen an Myrrhe erinnernden Duft beim Erhitzen, seine Bäumchen ähnlichen Maserungen oder die ihn durchziehenden goldenen Pünktchen.
Je nach Färbung wurde dem A. bereits seit der Antike als beliebtem Schmuckstein eine Symbolverbindung zum > Mond oder zum Planeten > Merkur nachgesagt. In seinen Adern wollte man Göttergestalten erkennen und schrieb ihm daher auch magische Kräfte in vielerlei Hinsicht zu: Abwendung von Unwettern, Bannung der Überschwemmung von Flüssen, Entgiftung bei Schlangenbiss, Schutz vor Fallsucht und Mondsüchtigkeit. Besonders die Augensteine sollten vor dem > Bösen Blick schützen.
Wird der A. auf der bloßen Haut getragen, so dass er sich erwärmt, macht er den Träger tüchtig, verständig und klug in der Rede. Wird er nachts, bevor sich der Mensch zu Bett legt, in Kreuzform durch sein Haus getragen, haben Diebe dort keine Chance. In der arabischen Medizin wird dem roten Achat die Kraft zugeschrieben, Blutungen zu stillen, die Geburt zu erleichtern, vor dem Bösen Blick und > Hypnose zu schützen. Nach der neueren esoterischen Medizin beeinflusst der A. das Basis-Chakra, der rote Achat wirkt gegen Tumorerkrankungen und der Laubachat hilft gegen Lymphdrüsen-, Nieren- und Lebererkrankungen. Magier schätzen den A. als Liebesstein, der übrigens auch den Durst löschen könne.
Eine weitere Besonderheit des kostbaren Steins ist die ihm zugeschriebene Funktion bei der Perlensuche. Perlenfischer ließen den A. an einer Schnur in das Wasser hinab und warteten, bis der Stein über einer Perle stehen blieb. Wegen dieser Fähigkeit des Steins, Perlen ausfindig zu machen, verglich man den A. mit Johannes, der geistliche Perlen aufzeigte (Becker, 8).

Lit.: Becker, Udo: Lexikon der Symbole. Freiburg: Herder, 1998; Giener, Michael: Lexikon der Heilsteine. Saarbrücken: Neue Erde, 32000; Hildegard von Bingen: Das Buch von den Steinen. Salzburg: Otto Müller, 31997; Paulys Realencyclopädie. Hg. v. G. Wissowa u. a. Stuttgart 1839ff, Bd.1 1894; Rätsch, Christian; Guhr, Andreas: Lexikon der Zaubersteine aus ethnologischer Sicht. Graz: ADEVA, 1989; Ruppenthal, A. (Hg.): Mythologie der Edelsteine. Idar-Oberstein/Georg-Weierbach: Prinz Druck GmbH & Co. KG, 1988.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1