Abwärtsverursachung

Abwärtsverursachung, kausaler Einfluss von nächsthöheren Ganzheiten auf darunterliegende. Nach ganzheitlichem Denken ist ein System oder eine Ganzheit entgegen dem > Reduktionismus nicht vollständig auf seine materiellen Teile reduzierbar. In einer höheren Schicht existieren Eigenschaften, die in der nächstniederen auch nicht ansatzweise vorhanden sind, denn jede Schicht ist durch wesentlich Neues gekennzeichnet, das sich aus den neuen Beziehungsmustern der Teile der nächstniederen Schicht, aber nicht aus deren Gegenstandseigenschaften ergibt. Auch die nächsthöheren Ganzheiten werden als Kausalprinzip anerkannt. Dies entspricht den Grundaussagen der hermetischen Philosophie: „wie oben, so unten“.
Solche schichtungsinvariante Prinzipien sind z. B. das > Simileprinzip (Resonanzprinzip, Ähnlichkeits-/Gleichheitsprinzip), das > Polaritätsprinzip (> Yin-Yang-Prinzip), das > Pars-Pro-Toto-Prinzip (Holographisches Prinzip) und das Prinzip der Mitte.
Die letzte Konsequenz dieser Denkweise ist, dass lebende Systeme nicht ausschließlich auf physikalische und chemische Systeme reduzierbar sind.

Lit.: Ammon, Günter: Der mehrdimensionale Mensch: zur ganzheitlichen Schau von Mensch und Wissenschaft. München: Pinel Verlag, 1986; Schulz, Reinhard: Selbstorganisationskonzepte – Entwürfe einer neuen Naturphilosophie? Über ganzheitliches Denken im naturwissenschaftlichen Unterricht. Oldenburg: Univ. Oldenburg, Zentrum f. Pädagog. Berufspraxis, 21992.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1