Abraham der Jude

Abraham der Jude. Der berühmte Alchemist > Nicolaus Flamell (1330 - 1417/18), der in Paris als Schreiber lebte, nennt in seinem Buch Chymische Werke Abraham den Juden als Verfasser der mit Eisengriffel bemalten und beschriebenen Rinden-Blätter: „Abraham der Jude/ein Priester und Levit/Astrologe und Philosophus“ (Flamell, 32) habe das Buch zur Unterstützung seiner jüdischen Leidensgenossen geschrieben. In der weiteren Ausdeutung werden mit „Abraham der Jude“ mehrere sagenhafte Alchemisten und Autoren magischer Bücher bezeichnet, von denen wir nichts Genaues wissen:
Abraham Eleazar wird als Autor von Uraltes chymisches Werk bezeichnet, das aus dem 17. Jh. stammt und die > Tabula Smaragdina zum Hauptthema hat.
Abraham von Worms, auch als „Abraham der Jude“ und „Abraham Ben Simeon“ bezeichnet, sei 1362 in Mayance geboren worden und habe 1387 ein hebräisches Zauberbuch verfasst, das 1725 in Köln in deutscher Übersetzung als Wahre Praktik der göttlichen Magie erschien.
Abraham von Mainz, ebenfalls 1362 geboren, gilt schließlich als Autor von Heilige Magie des Abramelin mit Anleitungen zu magischen Praktiken, Beschwörungsformeln für > Engel und anderen Arten von Ritualmagie, wie die Erlangung von Visionen, Verbindung mit Geistern, die Wandlung des Selbst in andere Formen, das Fliegen durch die Lüfte usw.
Von diesen Werken wurde neben anderen insbesondere Aleister > Crowley stark beeinflusst.

Lit.: Des berühmten Philosophi Nicolai Flamelli Chymische Werke, Hamburg,1681; Abraham von Worms: Buch Abramelin, das ist die egyptischen grossen Offenbarungen oder des Abraham von Worms Buch der wahren Praktik in der uralten göttlichen Magie. Vollst. kritisch überarb. Ausg. von Georg Dehn. 1. Aufl. Sabrbrücken: Verl. Neue Erde, 1995; Die heilige Magie des Abramelin: die Überlieferung des Abraham von Worms; nach dem hebräischen Text aus dem Jahre 1458 / in die dt. Sprache übertr. und hg. von Johann Richard Beecken. Neuaufl. Berlin: Schikowski, 1986.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1