Abbé de Villars

Abbé de Villars (1635-1673). De Villars wuchs in der Nähe von Toulouse auf und ging 1667 nach Paris, um die geistliche Laufbahn zu ergreifen. Durch die Veröffentlichung seiner kritischen Schriften, besonders des bekannten Rosenkreuzerromans Le Comte de Gabalis (Der Graf von Gabalis), wurde er jedoch bald mit einem Predigtverbot belegt. In diesem Roman führt A. in vier fingierten Gesprächen mit dem deutschen Kabbalisten, dem Grafen von Gabalis, in die geheimen Wissenschaften ein und beschreibt dabei in Anlehnung an > Paracelus > Elementargeister wie Nymphen, Salamander, Gnomen und Sylphen. Der Erfolg des Buches beruht vor allem auf der Propagierung der Lehren der Gold- und Rosenkreuzer. Sein höchstes Ziel sieht A. jedoch im Einswerden mit Gott. Gleichzeitig kämpft er unter dem Einfluss der Aufklärung gegen den > Teufelsglauben und gegen die geistige Unterdrückung durch die Kirche. Das Buch hatte zudem großen Einfluss auf die europäische Literatur. Von Gabalis leitet sich auch die Bezeichnung > Gabalika für Geheimwissenschaften ab. Als A. 1673 auf dem Weg nach Lyon ermordet wurde, glaubten viele, dass er einem Racheakt der Rosenkreuzer zum Opfer gefallen sei. Es gibt auch Stimmen, die im Roman eine Satire auf den zeitgenössischen Okkultismus sehen.

Lit.: Montfaucon de Villars, Nicolas Pierre Henri: Graf von Gabalis oder Gespräche über die verborgenen Wissenschaften. Aus dem Franz. Berlin: Maurer, 1782.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1