© Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch (Redemptorist)                                                  Index   A - Z
Band 1

A. Der Buchstabe A ist in fast allen Alphabeten der erste Buchstabe, im Hebräischen aliph, im Griechischen alpha. Als erster Buchstabe lässt sich A vielleicht bis zur hieratischen Schrift der Ägypter, sicher jedoch bis zum Phönizischen zurückverfolgen. Die älteste Form erinnert an einen Ochsenkopf und wurde daher von den Semiten Aliph bzw. Aleph = Ochse genannt, woraus das griechische Alpha entstand. Auch in der > Astrologie entspricht das erste Tierkreiszeichen, der Stier, dem Aliph der Hebräer. Ebenso wird das > Andreas-Kreuz im magischen Sinn mit dem hebräischen aliph in Beziehung gesetzt. Religionsgeschichtlich bezeichnet A das „Ursprüngliche im Menschen“ und umfasst Geist, Leben, Licht, also alles, was auf das Höchste hinweist. So drückt es aus: > Brahman, > Brahma, > Atem, > Allah im Islam und weist auf den Ausdruck > A und O, > Alpha und Omega, in der Bibel hin.
Alles fließt offen im und durch das A. A ist Ausruf der Freude und des entzückten Erstaunens. Seine Farbe sind das Blau und das Grün.

Lit.: Bardon, Franz: Der Schlüssel zur wahren Quabbalah. Freiburg i. Br.: Hermann Bauer, 1957; Frick, Karl R. H.: Die Erleuchteten. Graz: ADEVA, 2 1998; Spiesberger, Karl: Das Mantra-Buch. Berlin: Richard Schikowski, 1977 (Die magischen Handbücher; 24).

A und O (Abk. für griech. > Alpha und Omega). Der erste und letzte Buchstabe im griechischen Alphabet müsste also deutsch mit A und Z wiedergegeben werden. Die Ausdrucksweise hat sich jedoch durch die Formulierungen der Bibel als Redewendung in der Bedeutung des Allumfassenden festgesetzt. „Ich bin das A und O, sagt Gott der Herr“ (Apk 1, 8; vgl. 21, 6). Gleiches gilt auch von Christus: „Ich bin das A und O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ (Apk 22, 13; 1, 17; 2, 18). Wie A als erster und O als letzter Buchstabe alle Buchstaben und damit alles Sagbare in sich umfangen, so sind nach der Apokalypse Gott bzw. Christus Anfang und Ende, Schöpfer und Vollender. Seit dem 14. Jh. ist das Symbol A und O in der Christlichen Kunst ausschließlich auf Christus bezogen und findet sich als Christusmonogramm u. a. auf Grabsteinen, Sarkophagen, Münzen und Ringen. Im Griechischen beschreibt das ganze Alphabet das All, so dass man z. B. die Stunden des Tages mit den 24 griechischen Lettern kennzeichnete und zudem eine Beziehung zu den 12 Tierkreiszeichen herstellte. In der > Bhagavadgita 10, 23: wird > Krishna als „der Schöpfung Anfang, Mitte und Ende“ bezeichnet.

Lit.: Dornseiff, Franz: Das Alphabet in Mystik und Magie. Reprint der 2. Aufl., Leipzig, Berlin, Teubner, 1925. - Holzminden: Reprint-Verl. Leipzig, [1994]; Die Bhagavadgita. Übers. und hrsg. von Klaus Mylius. Vollst. Ausg. München: Dt. Taschenbuch-Verl., 1997.

A. A., auch A.·.A.·., lat. Abk. von Astrum Argenteum (auch bekannt unter dem Namen Argenteum Astrum bzw. Argentinum Astrum, Silberner Stern; engl. S.·.S.·. = Silver Star). Von Aleister > Crowley (1875 – 1947) 1900 in Mexiko gegründeter magischer Orden, den er als eine Fortsetzung der > Goldenen Dämmerung (G. D.) sah, mit deren Führung er unzufrieden war. Als er 1904 den Kontakt zur G. D. wieder herstellen konnte, bezeichnete er den A. A. als den „Inneren Orden des Neuen Äons“, von dem das Gesetz von > Thelema ausgehe. Der A. A. verfügt über elf Grade (0-10) und zwei Zwischengrade. Grundlage des Gradsystems ist der kabbalistische > Baum des Lebens. Der Orden lehrt die Selbsteinweihung und den Hass des Ichs, um den > Abyssus, den > Abgrund, zu überqueren. Der > Neophyt des A. A. musste u. a. schwören: „.... , das große Werk zu verfolgen, nämlich: die Herrschaft über die Natur und die Erlangung der Kräfte des eigenen Wesens“. Durch eine Reihe von Abwegigkeiten (Schläge und Sexualmagie) in der > Abtei Thelema in > Cefalù auf Sizilien kam der A. A. in großen Misskredit. Als offizielles Mitteilungsblatt diente dem Orden die Zeitschrift Equinox, die ab 1909 jeweils zur Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche erschien, zu Zeitpunkten also, an denen nach alten okkulten Traditionen neue esoterische Kräfte in die Welt fliessen sollen.
Heute versteht sich z. B. der A...A..., mit Sitz in Chicago, als Thelema-Organisation. Er führt seinen Ursprung gleich dem > Ordo Templi Orientis und der > Ecclesia Gnostica Catholica auf A. Crowley zurück und bezeichnet sich als die Höchste und Ewige Innere Schulung von Initiationen, die zu aller Zeit die Bewusstseinbildung auf diesem Planeten im Blick hatte. Ihre Hauptaufgabe sieht er in der individuellen Initiation, die in 10 Stufen erfolgt. Das von ihm herausgegebene Buch des Gesetzes, eine schwer verständliche Sammlung von Aphorismen, die ein Abgesandter des Horusgottes Crowley direkt diktiert haben soll, verkündet die Ankunft des Zeitalters des > Horus. Die derzeitige äußere Form des A. A. wurde 1906 von A. Crowley und George Cecil Jones geprägt und fußt auf den folgenden beiden Grundsätzen des Liber legis: „Jeder Mann und jede Frau sind ein Stern“. „Tu was Du willst, soll das oberste Gesetz sein“.

Lit.: Crowley, Aleister: Liber AL vel legis sub figura CCXX as delivered by LXXVII unto DCLXVI. Handschrift, auf 74 Kartonkarten.
Cefalù (?). Nach 1920 (?). Crowley, Aleister: Liber AL vel legis sub figura CCXX wie gegeben ward von XCIII=418 an DCLXVI. Deutsche Übertragung von Frater Fines Transcendam. Zürich: Genossenschaft Psychosophia, 1953; The Equinox: the official organ of the A. A. Hrsg. v. Aleister Crowley. London 1 (1913); Eschner, Michael D.: Der Orden Thelema. Berlin: Stein-der-Weisen-Verlag Kersken-Canbaz, 1983.

AAB, Abk. für Alice Ann > Bailey.

Aachen. Kreisfreie Stadt in Deutschland, laut Geschichtsschreibung zwischen 89 und 120 als römisches Militärbad gegründet und nach dem keltischen Quellgott > Grannus „Aquae Granni“ benannt. Lange Zeit verfallen, wurde der Ort 765 vom Frankenkönig Pippin dem Kurzen als Bad wiederentdeckt. Diese Entdeckung ist mit der Sage verbunden, wonach der Frankenkönig auf einer Jagd einem Hirsch gefolgt sei und sich im Wald verirrt habe. Dort stieß er auf eine Schlossruine, die sich aus einem spiegelglatten See erhob. Als er näher heranreiten wollte, versank das Tier mit den Vorderhufen im Sumpf und Dampf brach aus der Erde hervor. Der König erkannte, dass ihn Gott zu einer heißen Quelle geführt hatte und entschied, das Schloss wieder aufzubauen und in der Nähe zu Ehren der Gottesmutter eine Kirche zu errichten.

Lit.: Paulsen, Astrid: Der Schwarze Führer: Deutschland. Freiburg i. Br.: Eulen Verlag, 2000.

Aah, einer der Namen des altägyptischen Mondgottes > Thot.

Lit.: Drury, Nevill: Lexikon des esoterischen Wissens. München: Knauer, 1988.

Aal, gemeingermanische Bezeichnung, ahd./mhd. al, der aalartigen Fische, deren im Blut vorkommendes Gift (Ichthyotoxin) beim Kochen und Räuchern zerstört wird. Im natürlichen Zustand sei das Blut des Aals vor allem dem Auge schädlich.
In der > Volksmedizin finden der Aal und Teile von ihm nicht selten Verwendung. Pferden lasse man bei Bauchschmerzen einen lebenden Aal in den Hals laufen, der dann wieder herauskomme (Drechsler, 115). Die Kuh lasse man zur Steigerung des Geschlechtstriebes einen Aal schlucken. Das Blut des Aals wirke gegen Bauchgrimmen, Hühneraugen, Krämpfe, Warzen und vertreibe die Feuermähler (Jühling, 17-20). Im Branntwein ertränkter Aal heile Trunksüchtige, wenn sie einen solchen Branntwein trinken. Sein Fett helfe bei Schwerhörigkeit, Augenleiden, Hämorrhoiden und kräftige Haar und Hautfarbe. Die Leber sei fördernd bei Schwergeburt wie auch die Galle, die zudem bei Schwerhörigkeit, Augenleiden, Gelbsucht und Schlaflosigkeit wirke. Bei Koliken lege man dem Betroffenen einen lebenden Aal auf den Bauch. Diese Vorstellungen wurden zudem noch von der vom Altertum über das Mittelalter bis in die Neuzeit gehegten Auffassung gestärkt, dass der Aal beide Geschlechter in sich vereinige, da sich in den Flüssen nur Weibchen aufhalten (Bächtold-Stäubli 1, 1-2).

Lit.: Drechsler, Paul: Sitte, Brauch und Volksglaube in Schlesien. 2 Bde. Leipzig, 1903-1906; Jühling, Johannes: Die Tiere in der deutschen Volksmedizin. Leipzig, 1900; Bächtold-Stäubli, Hanns (Hg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Bd.1. Berlin: W. de Gruyter, 1987.

Aalener Schule > Kosmobiologie.

Aalraupe, (Aal-)Quappe, Quakaal, Rutte, Drüsche, Trische, Rufurken, Rufolk (lat. lota vulgaris), helfe gegen Gelbsucht und bei Schwergeburt. Insbesondere das Aalquappenfett aus der Leber der Aalraupe sei heilsam bei entzündeten Augen.

Lit.: Most, Georg F.: Encyklopädie der Volksmedizin. Graz: ADEVA, Nachdr. (1843) 1973.

Aanru, den Verstorbenen zugewiesenes Gefilde, wo die > Manen, die vergötterten Schatten der Toten, als Ernte dessen, was sie durch ihre Handlungen im Leben gesät haben, das sieben Ellen hohe Korn einsammeln, welches in einem in sieben und in vierzehn Teilen geteilten Gebiet des > Osiris wächst (Blavatsky 1, 257, 737, 241).

Lit.: Blavatsky, Helena P.: Die Geimlehre. Bd. 1. Den Haag: J. J. Couveur, o. J.

Aanrufeld, ist ein Gebiet in > Amenti, in dem Reich, wo das Korn wächst, von dem die Toten leben oder das sie tötet (Blavatsky 1, 157).

Lit.: Blavatsky, Helena P.: Die Geimlehre. Bd. 1. Den Haag: J. J. Couvreur, o. J.

AAORRAC , lat. Abk. von Antiquus Arcanus Ordo Rosae Rubeae Aureae Crucis (Ehrwürdiger Geheimer Orden der Rubinroten Rose des Goldenen Kreuzes). Seine Lehre fußt auf den vier esoterischen Säulen: Astrologie, Alchimie, Mystik und Magie. Der Orden wurde im letzten Quartal 1952 von Eduard > Munninger auf der Donauburg Krämpelstein/Österreich gegründet. Als die Burg Krämpelstein abbrannte, wurde der Ordenssitz nach Klosterneuburg verlegt. Die Hauptaufgabe des Ordens liegt in der Verbreitung der > Pansophie, worunter eine religiöse Naturphilososphie zu verstehen ist, die in den Schriften von > Comenius und > Paracelsus auftaucht und den Grundanschauungen neuplatonischer Lehre ähnelt.

Lit.: Haack, Friedrich W.: Geheimreligion der Wissenden. Stuttgart: Kreuz-Verl., 1966.

Aaron (Etymologie ungewiss). A. ist der um drei Jahre ältere (Ex. 7, 7) Bruder des Moses und der Mirjam und stammte über Amran und Quehat von Levi ab (Ex. 6, 16-20). Er hatte vier Söhne (Ex. 6, 23) und unterstützte Moses als dessen „Mund“ oder „Prophet“ (Ex. 4, 16; 7,1) bei den Verhandlungen mit dem Volk und dem Pharao, wobei er zum Wundertäter wurde:
„Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn der Pharao zu euch sagt: Tut doch ein Wunder zu eurer Beglaubigung!, dann sag zu Aaron: Nimm deinen Stab, und wirf ihn vor den Pharao hin! Er wird zu einer Schlange werden.
Als Mose und Aaron zum Pharao kamen, taten sie, was ihnen der Herr aufgetragen hatte: Aaron warf seinen Stab vor den Pharao und seine Diener hin, und er wurde zu einer Schlange.
Da rief auch der Pharao Weise und Beschwörungspriester, und sie, die Wahrsager der Ägypter, taten mit Hilfe ihrer Zauberkunst das gleiche:
Jeder warf seinen Stab hin, und die Stäbe wurden zu Schlangen. Doch Aarons Stab verschlang die Stäbe der Wahrsager“ (Ex 7, 8-12).
„Dann sprach der Herr zu Mose: Sag Aaron: Nimm deinen Stab, und streck deine Hand über die Gewässer Ägyptens aus, über ihre Flüsse und Nilarme, über ihre Sümpfe und alle Wasserstellen; sie sollen zu Blut werden. Blut soll es geben in ganz Ägypten, in den Gefäßen aus Holz und Stein.
Mose und Aaron taten, was ihnen der Herr aufgetragen hatte. Er erhob den Stab und schlug vor den Augen des Pharao und seiner Höflinge auf das Wasser im Nil. Da verwandelte sich alles Nilwasser in Blut“ (Ex 7, 19-20).
In dieser Eigenschaft des Vollstreckers der Anordnungen Gottes nimmt Aaron immer mehr die Aufgabe des Priestertums ein, das ihm und seinen Söhnen bei der Ordnung des Kultes im Anschluss an den Sinaibund übertragen wurde. Seine Stellung als oberster Priester wurde durch besondere priesterliche Gewänder hervorgehoben, vor allem durch das so genannte Brustschild mit den 12 Edelsteinen und den > Urim und > Tummim, die > Losorakel zur Befragung Jahwes. Ihr Gebrauch war dem Priester (Dt 33, 8), nach Ex. 28, 30 dem Hohepriester, vorbehalten.
Wie Moses durfte auch Aaron wegen des Vergehens bei Meriba (Num 20, 22-29) das verheißene Land nicht betreten, sondern starb auf dem Berg Hor.
Aus paranormologischer Sicht vereint Aaron durch seine Berufung, seine Fähigkeiten (> Aaronstab) und sein Priestertum die Gestalt des Schamanen, Propheten und des Gottesboten.

Lit.: Altes Testament: Die Bücher: Exodus, Leviticus, Numeri, Deuteronomium, Josua, Samuel, Chronik, Psalmen, Weisheit, Jesus Sirach, Micha. Neues Testament: Apostelgeschichte, Zweiter Brief an Timotheus und Brief an die Hebräer.

Aaron HaLevy (ca. 1234-1300). A. H., spanischer Kabbalist, ist Autor des bekannten Werkes „Sefer hachinuch“ (Buch der Erziehung).

Aaronitischer Segen. In Num 6, 22-23 wird Moses von Gott aufgefordert, Aaron und seinen Söhnen (Priester) die Segnung der Israeliten in folgender Form anzuordnen:
„Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“ (Num 6, 24-26)
Dieser in 3 rhythmischen Wunschsätzen vorgetragene Aaronitische Segen ist in seiner Du-Form primär auf den Einzelnen ausgerichtet. Für die Verwendung im Kult finden sich daher nur allgemeine Hinweise (Lev 9, 22; Dtn 10, 8). Auch in der christlichen Liturgie blieb er lange unbeachtet. Franz von Assisi verwendete ihn in seinem „Segen für Bruder Leo“. Luther stellte ihn 1523 in der Wir-Form zur Wahl, in der Deutschen Messe 1525/26 führte er ihn im biblischen Wortlaut an. Calvin folgte 1542 mit einer zweigliederigen Fassung im Plural. Nach dem II.Vaticanum wurde der Aaronitische Segen auch in die römische Messe eingeführt.

Lit.: Liturgia: Handbuch d. evangelischen Gottesdienstes. Bd. 2. Kassel: Stauda 1954-55, S. 588f.; Dürig, W.: Der Entlassungssegen in der Messfeier, in: Liturgisches Jahrbuch 19 (1969), 205-218; Luther, Martin: Der Segen, so man nach der Messe spricht über das Volk, 1532 (WA 30, III, 572ff.); Diebner, B. J.: Der sogenannte „Aaronitische Segen“ (Num 6,24-26). In: Festschrift für Frieder Schulz: Freude am Gottesdienst / hg. von Heinrich Riehm. Heidelberg: H. Riehm, 1988, S. 201-218.

Aaronschurz der Jahwebrüder. General Erich Ludendorff (1865 - 1937) vertrat in seinem Kampf gegen Freimaurer, Jesuiten und Juden die Ansicht, das Geheimnis der > Freimaurerei sei überall der Jude. Zur Fundierung dieser These entwickelte er die Theorie vom „künstlichen Juden“, zu dem der Aaronschurz, der Schurz der hohepriesterlichen Bekleidung der Juden, gehöre. Da nämlich der „Schurz“ das Wesen der Fraumaurerei ausmacht und eine mit ihm in Verbindung stehende Zeremonie des Meistergrades nach Ludendorff „die jüdische Beschneidung“ symbolisiere, würden auch christliche Freimaurer zu „künstlichen Juden“, um so ihre Völker den Juden hörig zu machen. Diese Grundidee findet sich in anderer Form auch bei Hitler, der ebenfalls in der Freimaurerei ein Instrumentarium des Judentums sah. Von freimaurerischer Seite werden alle Thesen Ludendorffs als haltlos und einwandfrei widerlegt bezeichnet.

Lit.: Lennhoff, Eugen; Posner, Oskar; Binder, Dieter A.:Internationales Freimaurerlexikon. Überarb. u. erw. Neuaufl. d. Ausg. v. 1932. München: Herbig, 2000.

Aaronstab (engl. Aaron’s Rod). Die Bezeichnung „Aaronstab“ geht auf jene biblischen Berichte zurück, in denen Moses im Auftrag Gottes bei der Forderung des ägyptischen Pharao, zur Beglaubigung ein Wunder zu wirken, Aaron die Weisung erteilte: „Nimm deinen Stab, und wirf ihn vor den Pharao hin! Er wird zu einer Schlange werden“ (Ex 7, 9; 10-13). Darauf streckte Aaron den Stab über die Gewässer Ägyptens und sie wurden zu Blut (Ex 7, 19-20; 8, 1), beim Schlag auf die Erde bildeten sich Stechmücken (Ex 8, 12-13). In der Bundeslade trieb der Stab Aarons Blüten und Mandeln (Num 17, 23). Schließlich schlug Aaron mit seinem Stab auf den Felsen und es quoll Wasser heraus (Num 20, 8-10).
So wurde der Aaronstab nicht nur zum > Zauberstab und zur > Wünschelrute, sondern auch zum > Aronstab (arum maculatum) als Bezeichnung einer Pflanze mit kolbenförmigem Blütenstand und weißlichem, lilienähnlichen Hochblatt. Die Pflanze soll dort entstanden sein, wo Aaron seinen Wanderstab in den Boden steckte, und magische Heilwirkung haben, wenn die erkrankte Stelle mit dem Blütenblatt berührt wird. In der > Homöopathie findet sie als D2 - D6 bei Heiserkeit und Schnupfen Verwendung. Da die Pflanze außerdem auf den grünenden Stab Aarons verweist, steht sie, wie dieser, auch in Zusammenhang mit der Auferstehungssymbolik.

Lit.: AT: Exodus, Numeri; Magister Botanicus. Speyer: Die Sanduhr, 21995.

Aas (engl. carrion), der tote Körper eines Tieres, das ohne Blutverlust oder Schlachtung umkam. Es ist unrein und macht unrein (Lev 11, 24-40). Es soll vom Menschen nicht gegessen werden.

Lit.: Bächtold-Stäubli, Hanns (Hg): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Bd. 1. Berlin: W. de Gruyter, 1987.

AASE (Abk.) > Allgemeine Außersinnliche Erfahrung, > AASW, > ASE, > PE.

AASR. Abk. für > Alter und Angenommener Schottischer Ritus.

AASW > Allgemeine Außersinnliche Wahrnehmung (engl. GESP = general extra sensory perception; fr. perception extrasensorielle générale; ital. percezione extrasensoriale generale).

AASW-Test. Nach J. B. > Rhine eine Technik, die das Auftreten außersinnlicher Wahrnehmung testet, wobei Telepathie, Hellsehen oder beides beteiligt sein kann.

Lit.: Rhine, J. B.: Die Reichweite des menschlichen Geistes. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt, 1950; Wolman, Benjamin B. (Ed.): Handbook of Parapsychology. M. e. Einf. v. Howard M. Zimmermann. New York: Van Nostrand Reinhold Company, 1977; Nash, Carroll B.: Parapsychology: the Science of Psiology. Springfield, Il.: Charles C. Thomas, 1986.

Aatxe (baskisch „Jungstier“). Baskischer Geist in Stiergestalt, der in stürmischen Nächten seine Höhle verlässt und zuweilen Menschengestalt annimmt. In Synonymen wird die rote Farbe (gorri) hervorgehoben wie bei der Bezeichnung Aatxe-gorri (roter Jungstier). Unter dem Namen Etsai (Teufel) unterrichtet er die sich ihm Hingebenden in seinen Künsten.

Lit.: Barandiarán, José Miguel de: Mitología vasca. San Sebastián: Ed. Txertoa, 1979; Barandiarán, José M. de: Dictionnaire illustré de mythologie basque. - Baiona: Elkar, 1993.




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