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ETHIK
WISSENSCHAFT
UND VERANTWORTUNG
in Physis, Bios, Psyche und Pneuma
Die gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte
ist gekennzeichnet durch:
- erhöhtes Verständnis für die Umwelt
- Grenzerfahrung des Machbaren und der Produktion
- lebensbedrohende Umweltverschmutzung
- fortschreitende Technisierung der Kommunikation, Arbeit, Freizeitgestaltung
und Unterhaltung
- Auflösung der Unverträglichkeit ideologischer Unterschiede und politischer
Abgrenzungen
- Verurteilung des Rassismus
- Anerkennung der individuellen Gewissens- und Religionsfreiheit
- Betonung der Menschenrechte und der grundsätzlichen Gleichstellung der
Individuen
- Völkerwanderung und Integration neuer Kulturen
- rapiden sozialen Wandel
- weitgehende Freiheit der Meinungsbildung
- Steigerung der Informationsdaten um jährlich 40%
- Erhöhung der Lebenserwartung auf durchschnittlich 75 - 80 Jahre und Überalterung
der Gesellschaft in Ländern mit höherem Lebensstandard
- weitgehende Liberalisierung von Wissenschaft und Forschung
- unüberschaubare, lebensbeengende Spezialisierungen in Wissenschaft, Forschung
und Berufsleben
- zunehmende Auflösung von Kleinbetrieben und Zusammenschlüsse von
Konzernen
- rein leistungsbezogene Ausbildung bei voller Privatisierung der Persönlichkeitsformung
und der persönlichen Belange
- Ablöse der Nachbarschaftshilfe durch das soziale Netz
- Ansteigen von Selbstvernichtungstendenzen: Suizid, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit,
Kriminalität und psychische Erkrankungen
- esoterische Lebensführung und Lebensberatung
- weltweite Vernetzung der Kommunikation und Information
- künstliche Befruchtung, Genmanipulation und künstliche Intelligenz
- Mangel an Geborgenheit
- Ausbleiben geistiger Impulse und ideeller Bewegungen
- usw.
Diese sehr stückhaft skizzierte Lebenssituation des Menschen von heute
bringt für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft trotz größtmöglicher
individueller Freiheit eine Vielfalt von Abhängigkeiten mit sich, die zunehmend
stärker funktions- denn institutionsbedingt sind. Das besagt: Der freie
Mensch fühlt sich in seiner Freiheit von der Freiheit des Menschen und
den vernetzten Funktionsabläufen des Lebens immer mehr bedroht und ruft
nach lebenssichernden Verhaltensmustern und überschaubaren Vorkehrungen,
nach einer Ethik des Lebens.
Eine solche Ethik des Lebens erfordert angesichts der skizzierten Vielschichtigkeit
der gegenwärtigen Lebenssituation den Einbezug aller zuständigen Wissensbereiche
und den Ausbau der ursprünglichen Bedeutung von Ethos als individuelle
Lebensweise und Charakterhaltung gegenüber Mensch, Tier, Pflanze und Natur
zu einer kosmischen Verantwortungsdimension. Diese erwächst aus der Eigenart
und Entfaltung von Physis, Bios, Psyche und Pneuma.
Diese Vorstellungen von Welt und Mensch haben in der für das westliche
Denken so entscheidenden griechischen Philosophie eine grundlegende Wandlung
erfahren. So spricht bereits PLATO (427 - 347) nur mehr von zwei Prinzipien,
nämlich Materie und Geist, und DEMOKRIT (* um 460), der Vater des Materialismus
und der Atomistik, bezeichnet die Atome als wahres Wesen der Dinge. Die Ureigenheiten
von Bios und Psyche wurden mehr oder weniger zu Epiphänomenen der Materie
bzw. des Geistes. Diese Einstellung erfuhr erst in der 2. Hälfte des 19.
Jahrhunderts eine erste Änderung, als sich die offizielle Wissenschaft
bei dem durch die Hypnose hervorgerufenen Streit bezüglich Fluid (Mesmerismus)
und Suggestion für die Suggestion als der noch am ehesten verkraftbaren
Änderung der gegebenen Vorstellungen entschied. Damit begann zwar eine
Aufwertungsphase der Psyche, der Bios wurde jedoch weiterhin als Synonym von
Physis verstanden.
Zu einer grundlegenden Unterscheidung von Physis, Bios, Psyche und Pneuma kam
es erst wieder in den letzten Jahren, wie die folgenden Ausführungen zu
den einzelnen Begriffen in ihrer Bedeutung für die Ethik zeigen.
Das Wort jusiV ("Physis") ist ein Verbalabstraktum
zu juesJai (phyestai) bzw. pejukenai (pephikenai) in der Bedeutung von Werden und Wachsen. So hatte der Begriff Physis,
wie überhaupt die durch Verbalabstrakte auf -siV ( -tiV ) benannten Begriffe, ursprünglich eine
gewisse aktive Kraft. Seit ARISTOTELES (384 - 322) bezeichnet Physis als fester
Bestandteil des philosophischen Sprachgebrauchs alles, was nach Ursprung und
äußerer Beschaffenheit als vorgegeben erscheint. Die weitere Entwicklung
des Physis-Begriffes ist äußerst bewegt, weil er über die lateinische
Bezeichnung natura in die Sprachen der westlichen Welt einging.
Fasst man die im Laufe der geschichtlichen Entwicklung bis in die Gegenwart entstandenen Grundbedeutungen zusammen, so bezeichnet Physis die erste Materie oder den Stoff überhaupt, die im Stoff liegende Kraft oder Entelechie, die Urkraft aller von Natur aus bestehenden Dinge, das Werden und die endgültige Gestalt des Gewordenen, das Substrat und die Struktur manifester wie latenter Ereignisse der materiellen Welt.
a) Natürliche Einflüsse
Aus dieser Begriffsbestimmung geht klar hervor, dass auch der
Mensch Teil der Physis ist, weshalb Harmonie und Disharmonie der Physis das
Wohlbefinden von Mensch, Tier, Pflanze und Natur beeinflussen.
So reagiert der Mensch auf nicht-adäquate Schwingungen mit Unbehagen, Körpersymptomen,
Verstimmungen, ja sogar Krankheit. Licht wirkt neben der optischen Sehbahn über
den energetischen Anteil der Sehbahn, nämlich das Zwischenhirn und das
Epiphysensystem, auf die von den Hormonen gesteuerten unbewusst ablaufenden
Lebensvorgänge, wobei die spektrale Komponente eine entscheidende Rolle
für das menschliche Wohlbefinden spielt. Auch die Wirkung der Magnetfelder
auf das Wohlergehen des Menschen findet immer mehr Beachtung. Zudem braucht
der Mensch für sein Wohlbefinden die ständige Stimulation wechselnder
Witterungsreize und Klimaänderungen, weshalb Menschen nicht nur unter länger
anhaltenden Witterungsverhältnissen leiden, sondern auch bei längerem
Aufenthalt in vollklimatisierten Räumen leichter ermüden und über
Konzentrationsmängel klagen. Zur Zeit befasst man sich besonders mit den
Einflüssen der verschmutzten Umwelt, der Atmosphäre und schädlichen
Strahlen, wobei man sich allerdings völlig an der Natur und am Bios orientiert
und dabei Psyche und Pneuma völlig außer acht lässt.
Die Physis wirkt jedoch nicht nur von außen auf die Gestimmtheit
des Menschen, sondern auch von innen. So haben die Spurenelemente im Blut durch
ihre Blutwert-Anteile (Natrium, Kalium, Kupfer, Eisen usw.) entscheidenden Anteil
am biologischen Wohlergehen, der psychischen Gestimmtheit und der geistigen
Kreativität des Menschen. Nicht zuletzt beeinflusst die Physis auch die
Wohnkultur, das Aufenthaltsempfinden, Völkerwanderung, Volksentwicklung
und Wirtschaft.
b) Künstliche Einflüsse
Neben diesen naturbedingten Einflüssen der Physis sind die vom Menschen durch die Physis hervorgerufenen sog. künstlichen Einflüsse zu nennen. Außer Einflüssen des Verkehrs, der technischen Arbeitsplatzgestaltung, der Wohn- und Umweltgestaltung spielt auch der Einfluss von elektromagnetischen Feldern und Mikrowellen auf lebende Strukturen eine Rolle. Die Möglichkeiten der elektrischen Hirnreizung, die zunehmende Technisierung in Bildung, Sozialwesen und insbesondere in der Krankenversorgung mit dem künftigen "Krankenhaus am Handgelenk" können in ihren Auswirkungen auf Bios, Psyche und Pneuma hier nur angesprochen werden.
c) Ethik der Physis
So wird man eine Ethik der Physis herauszuarbeiten haben, inwieweit die Physis als Natur und als Werkzeug das menschliche Wohlbefinden fördert und wo Beeinträchtigungen in Erscheinung treten.
Das griechische Substantiv bioV , das erstmals bei HOMER vorkommt, hatte ursprünglich die Bedeutung von "Lebensdauer" und individueller "Lebensweise" des Einzelnen. Diese Bedeutung wurde bereits bei HOMER durch den Begriff zvh (Zoe = Leben) erweitert, der im Griechischen die physische Lebendigkeit der organischen Wesen - Pflanze, Tier und Mensch - bezeichnet. Konkrete Gestalt erhält Zoe erst im individuellen Bios, der die Lebensweise im Sinne von Lebenscharakter bezeichnen kann und daher mit Ethos nahe verwandt ist. Im Bios kann Zoe das Leben gewinnen oder verlieren. So gehen die Bedeutungen von Bios und Zoe häufig auch ineinander über, weshalb der spätere lateinische Begriff Vita (Leben) unterschiedslos für beide griechischen Termini verwendet wird.
Der Begriff Vita betont vor allem die Lebendigkeit, was schließlich
in den entsprechenden Begriffen der westlichen Sprachen seinen Niederschlag
findet und zur Allgemeinbezeichnung von "Lebendigkeit" als Wechselspiel
von Materie und Geist oder als evolutive Dynamik des Materiellen führt.
Die von der Esoterik, den Alchemisten, Mesmeristen und Vitalisten postulierte ureigene Wirkqualität des Bios fand im Wissenschaftsbereich hingegen kaum Beachtung. Dies ist darin begründet, dass Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft seit PLATON und DEMOKRIT, wie erwähnt, nur mehr mit den Begriffen Materie und Geist (Intellekt) allein arbeiteten, während jene von Bios und Psyche zu Epiphänomenen von Physis bzw. Nous (Geist als Intellekt) degradierten.
a) Eigenart des Bios
Diese Einstellung hat nicht nur zu einer völligen Vernachlässigung
der Eigenart von Bios und Psyche geführt, sondern auch zu einer beschränkten
Lebensbetrachtung, die den heutigen Kenntnissen von Welt und Mensch jedoch nicht
mehr gerecht wird. Dafür spricht schon die alltägliche Erfahrung,
dass die Eigenart des Körperkontaktes nur durch den lebenden Organismus
erfahren wird, der um so wohltuender ist, je mehr er von einem personalen Einheitsgefühl
ohne Fehl und Trug sowie von einem abgestimmten Atemrhythmus getragen wird.
Wissenschaftstheoretisch ist eine solche Unterscheidung des Bios von der Physis
erst durch die Einheitliche Quantenfeldtheorie von Burkhard HEIM diskussionsfähig
geworden. Nach HEIM ist die Raumzeit (R4) ein Unterraum der Hyperräume
R6 bzw. R12. Daher unterscheidet HEIM in Kosmos und Mensch
zwischen manifesten und latenten Ereignissen. Anders ausgedrückt: die Elementarteilchen
bilden nicht aus eigener Kraft einen Gegenstand im R4, sondern nach
den ihnen im R6 bzw. R12 zugrunde liegenden Strukturen
bzw. Informationen. Je komplexer diese zugrunde liegenden Strukturen bzw. Informationen
sind, um so anpassungsfähiger und selbständiger ist die von ihnen
getragene Erscheinungsform physischer, biologischer, psychischer oder geistiger
Natur.
"Da also die Lebensevolution im Gegensatz zu den materiellen Strukturen
reiner Physis in eine immer höhere Komplexität von Strukturorganisationen
wachsender zeitlicher Stabilität führt, entsprechen die atomaren Elemente
einer solchen Struktur einem untergeordneten Teilsystem logischer Sätze,
welches aus einem übergeordneten System logischer Sätze (der komplexen
Gesamtstruktur) ausgegrenzt wurde. Nach dem Gödelschen Satz der Logik kann
zwar jeder Satz des untergeordneten Systems aus den Sätzen des übergeordneten
Systems hergeleitet werden, doch ist es umgekehrt unmöglich, aus den Sätzen
des untergeordneten Systems solche des übergeordneten Systems herzuleiten.
Zwar existiert der Lebensprozess in Form materieller lebender Strukturen in
den Elementen der Physis, doch werden zur Erfassung seines Elementarprozesses
logische Sätze benötigt, die außerhalb des Kompetenzbereiches
der Physis liegen und aus ihr nicht hergeleitet werden können."(Heim)
Diese Eigenart des Bios kommt neben der Bedeutung des Körperkontaktes
vor allem bei der Entwicklung des Kleinkindes, in den mitmenschlichen Beziehungen
und bei jenen Formen der Heilung zum Tragen, die als gemeinsamen Grundzug die
Mobilisierung der im Bios vorhandenen Wirkkräfte ausweisen, wie Akupunktur,
Neuraltherapie und sämtliche energetischen Methoden. Auch die sog. klassischen
Naturheilverfahren benutzen natürliche Lebensreize wie Wärme, Kälte,
Licht, Dunkel, Luft, Wasser, Erde, Bewegung, Ruhe, Nahrung, Heilkräuter
und seelische Wirkfaktoren, um die Heil- und Ordnungskräfte des Bios zu
aktivieren.
Außerdem gehört es bereits zum Allgemeinverständnis, dass Stress das Immunsystem in seiner Funktionsfähigkeit behindert und Krankheit sowie schlimmstenfalls den Tod herbeiführen kann. Dass aber gleichzeitig positive Aspekte wie Freude, Hoffnung und Liebe die Gesundheit und das Wohlergehen des Bios fördern können, wird zum Großteil noch belächelt. Doch haben selbst in der Schulmedizin umfangreiche Beobachtungen gezeigt, dass Erkrankungen nicht nur durch Zufuhr von Medikamenten beseitigt werden. Aufgrund der Funktion des Immunsystems, des Allgemeinzustandes, der Konstitution und der seelischen Verfassung ist nach eingehenden Untersuchungen ein natürliches Heilvermögen des Bios auf den Heilungsprozess gegeben.
b) Künstliche Manipulation
Eine Ethik des Lebens muss aber neben der Beachtung und Förderung der Eigenart des Bios besonders auch den lebensfördernden Umgang mit dem Bios betonen und auf Störungen aufmerksam machen. Dabei geht es in erster Linie darum, die Grundzüge einer Eubiotik zu beschreiben, eine Lebensprophylaxe aufzustellen sowie die Möglichkeiten und Grenzen biologischer Manipulationen aufzuzeigen. Hier stellen sich die Fragen
- der indirekten und direkten Genmanipulation und Genomanalyse,
- der Freisetzung genetisch veränderter Mikroorganismen,
- der Anwendung von Gentechnologie in der Landwirtschaft,
- der Erzeugung und Haltung transgener Nutztiere und
- der genetischen Manipulation an Embryonen und Föten.
Zu diesen Fragen der Genetik gesellen sich Fragen der medizinischen Ethik, wie:
- künstliche Befruchtung und Schwangerschaftsabbruch,
- Transplantationen,
- Organspende und Organ-Markt,
- künstliche Lebenserhaltung,
- Euthanasie,
- Gehirnwäsche und psychische wie geistige Beeinträchtigung durch medikamentöse und chirurgische Eingriffe
usw.
Zu einer Ethik des Bios gehören schließlich auch Schutz, Pflege und Entwicklung der Vielfalt und Eigenart der Tier- und Pflanzenwelt.
c) Ethik des Bios
Damit umfasst eine Ethik des Bios die Entfaltung und Pflege der Eigenart, den Schutz und die Therapie des lebenden Organismus in Mensch, Tier, Pflanze und Natur.
Das schon erwähnte Fehlen einer umfassenden Theorie der Weltstrukturen hat nicht nur dazu geführt, dass Bios ganz allgemein mit Physis gleichgesetzt wird, sondern auch, dass zwischen Psyche und Geist kaum Unterschiede gemacht werden. Den Ausgangspunkt dieser Einstellung bildet auch hier der Übergang von der Weltbetrachtung aus Erfahrung zur Weltbeschreibung durch den Intellekt.
So unterschied man bei den Griechen zunächst noch zwischen yuch (Psyche), als die den Gliedmaßen innewohnende unbewusste Lebenskraft, und JumoV (Thymos) als Träger bewusster Erlebnisse wie Gemütsbewegung, Mut, Lust oder Drang. Als sich dann im 7. Jh. v. Chr. der Glaube an die Vergeltung des menschlichen Tuns immer mehr verbreitete und man die Abhängigkeit der "bewussten Seele" (Thymos) von der "unbewussten Seele" (Psyche) erkannte, wurde die Psyche zusehends zum Inbegriff des Individuums. Die als unbewusste, unpersönliche Lebenskraft verstandene Psyche nimmt den Bedeutungsgehalt von Thymos als bewusster Lebenskraft in sich auf und wird so zum Träger bewusster und unbewusster Erlebnisse von Empfinden und Fühlen.
Entscheidend für das westliche Denken bis hinein in die Gegenwart ist jedoch das Verständnis von Psyche und Geist bei PLATON und ARISTOTELES. Die Eigenschaften der Psyche - Affekte, Triebe, Streben, Mut und Empfinden - , die in abgewandelter Form auch Tieren und Pflanzen eigen sind, werden streng von der Vernunft, dem logistikon (logistikon: PLATON), dem nouV (nous:, ARISTOTELES), unterschieden, die nur dem Menschen zukommt und nach ARISTOTELES nicht mehr der Welt der natürlichen Erscheinungen, sondern der Transzendenz angehört.
"Hinsichtlich des Geistes und des Denkvermögens aber sehen wir noch nicht klar; doch scheint dies eine andere Art Seele zu sein, und diese allein kann sich trennen wie das Ewige vom Vergänglichen. Dagegen ergibt sich hieraus, dass die übrigen Teile der Seele (thV yuchV / tes psyches) nicht trennbar sind, wie einige meinen."(ARISTOTELES)
Die Psyche stellt nach diesen Vorstellungen einen minderen Teil des Menschen dar. Das Eigentliche des Menschen ist die Vernunft, die sich weit über den Bios und die Psyche erhebt.
Dieser intellektualistischen Bewertung der Psyche liegen ethische und pädagogische Motive zugrunde: Die Beherrschung der unmittelbaren Handlungsantriebe, der Affekte und Empfindungen gehört als eine Voraussetzung geordneten Zusammenlebens zu den Erziehungszielen schon der frühesten Kulturen. Durch diese philosophische Bewertung wird die genannte Einstellung auf die wissenschaftlichen Lehren übertragen und in ihnen bis zum heutigen Tag tradiert und zementiert.
Mit dem Aufkommen und der Verselbständigung der empirischen Psychologie
bot sich zwar die Möglichkeit, den Bereich der psychischen Reaktionen,
Affekte und Gestimmtheiten, unabhängig von philosophischen, ethisch-pädagogischen
Vorentscheidungen phänomen- bzw. erlebnisbezogen zu untersuchen. Diese
Untersuchung fand jedoch nicht statt; im Gegenteil: die Experimentalpsychologie
des 19. und 20. Jahrhunderts setzte vielmehr die intellektualistische Tradition
fort, indem sie die "Gemütsbewegungen" gewissermaßen als
Verzierungen des Seelenlebens bewertete, die für eine Wissenschaft, die
ernst genommen werden wollte, schwerlich einen wichtigen und würdigen Forschungsgegenstand
abgeben konnten. Diese Haltung wurde später durch den Behaviorismus noch
erheblich verstärkt. Auch die Tiefenpsychologie konnte mit ihrem System
des Unbewussten den negativen Schleier von der Empfindungs- und Gefühlswelt
nur teilweise wegrücken und legte daher ihr Augenmerk auf die Analyse des
Erlebens und nicht auf das Erlebnis selbst. So blieb die Erforschung von Empfinden
und Fühlen bis heute ein dubioses und prekäres Gebiet, das von den
meisten "zünftigen" Wissenschaftern gemieden wird.
a) Eigenart der Psyche
Dem gegenüber steht die konkrete Lebenserfahrung, dass die Psyche, die Fähigkeit zu Empfinden und Fühlen, für den Menschen von ebenso großer Bedeutung ist, wie es seine geistigen Fähigkeiten sind.
Die Eigenart des Psychischen erlebt der Mensch in einem breiten Spektrum von Gestimmtheiten, die an die Jetztheit der Körperlichkeit und an die Jetztheit der Bewusstseinslage des jeweiligen Individuums gebunden sind. Sie werden vom Menschen völlig passiv erlebt, denn sie überkommen den Einzelnen. Empfindungen und Gefühle können nicht direkt hervorgerufen werden. Sie können nur indirekt über Körperlichkeit und Vorstellungsformen bis zu einem bestimmten Ausmaß abgeschwächt oder verstärkt, in der individuellen Bedeutungsrelevanz verschoben oder ausgetauscht und in der individuellen Sinnbezogenheit geweitet oder eingeengt werden. Erlebt werden Empfindungen und Gefühle immer nur jetzt und individuell. Dabei ist nicht grundsätzlich auszuschließen, dass sie auch - selbst auf Distanz - übertragen werden. Trotzdem erlebt jeder seine Empfindungen und Gefühle in der ureigensten Form seiner Individualität. Zudem wirkt das Psychische immer nur in aktuellen Erlebnissen. Es kann nicht wie ein Objekt vorgestellt werden. Bei Erinnerungen bleiben psychische Reaktionen entweder aus oder sie werden selbst (wenn auch meist abgeschwächt) wieder aktuell.
Bewusste kognitive Bewertungsprozesse können zwar Intensität und Qualität psychischer Gestimmtheiten beeinflussen, sind aber keine notwendige Voraussetzung für ihr Zustandekommen. Das besagt, dass der Mensch keinen direkten Einfluss auf die Psyche hat. Vielmehr bestimmen psychische Gestimmtheiten, in Abhängigkeit vom Erregungsgrad, in unterschiedlicher Intensität Ausmaß, Richtung und Art kognitiver Prozesse. So stieß man auch bei Versuchen, psychische Gestimmtheiten künstlich hervorzurufen, auf zwei grundsätzliche Schwierigkeiten:
1) auf die Unmöglichkeit, eine spezielle Gestimmtheit mit hinreichender Intensität und Zeitdauer herzustellen;
2) auf die Schwierigkeit, "reine" Gefühle (z. B. Angst ohne Ärger) zu induzieren.
Aus Kulturvergleichen liegen handfeste Beweise dafür vor, dass psychische Gestimmtheiten als intraindividuelle Prozesse angeboren und universell sind. Das besagt, dass Empfindungen und Gefühle universell verstandene Ausdrucksformen sind und allgemein erlebnishafte Eigenschaften haben. Hierin liegt die Grundlage und Voraussetzung transkultureller Verständigung. In den Begegnungen auf der rein psychischen Ebene ist daher auch eine nicht-verbale Verständigung möglich.
b) Ethik der Psyche
Diese Eigenheit des Psychischen bildet daher das empfindsamste Organ einer Ethik der Psyche. Aus der Gestimmtheit des Einheitserlebens von Physis, Bios, Psyche und Pneuma mit ihrer Resonanz auf den Außen- und Innenraum der einzelnen Person erwächst die persönliche Erfahrung des eigenen Wohlergehens bzw. deren Möglichkeit. Aus diesem Eigenerleben kann der Mensch auch nach außen Lebensempfindungen beurteilen und ein Einfühlen in das Selbst und in das Du entfalten, das Geborgenheit und Anerkennung gleichermaßen beinhaltet. Eine Ethik der Psyche wird daher vor allem der Entfaltung und Eigenart der Grundempfindungen des Menschen fördernd wie helfend Rechnung tragen, die hier nur zum besseren Überblick kurz aufgelistet seien:
- Liebe, Freude, Interesse und Überraschung,
- Kummer und Schmerz,
- Zorn, Ekel und Geringschätzung,
- Furcht und Angst,
- Scham und Schüchternheit,
- Schuldgefühl und Gewissen.
- religiöses Empfinden
usw.
Es würde zu weit führen, die ethischen Implikationen der Gefühlswelt auch nur stichwortartig in der lebensfördernden wie lebensstörenden Dimension zu beleuchten. Es mag daher rein der Hinweis genügen, dass die Unterdrückung angemessener Gefühlsäußerungen als Stress das Immunsystem beeinträchtigen und sogar Veränderungen der T-Lymphozyten hervorrufen.
Aus diesem Grundverständnis von Empfinden und Fühlen muss eine Ethik der Psyche auch die lebensfördernden Kenntnisse aus Forschung und Praxis, in Psychodiagnostik, Klinischer Psychologie, Kognitionspsychologie, Entwicklungspsychologie, Pädagogischer Psychologie, Persönlichkeitsforschung und Differentieller Psychologie, Sozialpsychologie, Angewandter Psychologie, Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, Motivations- und Emotionsforschung, Gedächtnis und Lernforschung aufgreifen. Als Beispiele seien folgende Themen der aktuellen psychologischen Forschung aufgeführt:
- Emotionsforschung
- Familienpsychologie
- Alternsforschung
- Verhaltensanalysen im Alltag
- Kulturvergleichende Psychologie
- Pharmakopsychologie
- Kritische Lebensbedingungsforschung
- Soziale Dilemmaforschung
- Diagnose von Risikopatienten vor dem Auftreten einer bestimmten Störung
- Sexual- und Partnerschaftsprobleme
- Psychologische Störungen und Behinderungen bei Kindern und Jugendlichen
- Epidemiologie psychosomatischer Störungen
- Gastarbeiterintegrationsforschung
usw.
Schließlich ist auch der ganze Bereich der psychischen Störungen in Betracht zu ziehen, die von der Weltgesundheitsorganisation in folgende Kategorien eingeteilt werden:
- Organische einschließlich somatischer psychischer Störungen
- Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
- Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
- Affektive Störungen
- Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen oder Faktoren
- Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
- Intelligenzminderung
- Entwicklungsstörungen
- Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.
So hat eine Ethik der Psyche neben der Entfaltungsförderung von Empfinden und Fühlen auch die sozialpsychologischen Implikationen individueller wie gesellschaftlicher Verhaltensformen einschließlich der durch psychische Störungen beeinträchtigten Verhaltensmuster zu beachten.
Während sich die Psyche durch eine relative Unabhängigkeit von Bios und Pneuma auszeichnet, ist der Geist, das Pneuma, der selbständige Träger des Ichbewusstseins. Diese Selbständigkeit äußert sich vornehmlich in der Fähigkeit des Menschen, Allgemeinbegriffe zu bilden, was die Grundlage jedweder Reflexion darstellt. Im Geist besitzt der Mensch die Fähigkeit, eine immaterielle Informationswelt und Gedankensysteme zur Erklärung und Gestaltung der Welt und zur Beantwortung des Lebens aufzubauen.
a) Begriffsbestimmung
Die umfassendste Bezeichnung dessen, was wir Geist nennen, kommt im griechischen
Wort pneuma (Pneuma) zum Ausdruck. Pneuma bezeichnet "die elementare Natur- und Lebenskraft, die als Luftstrom im Blasen des
Windes wie im Einziehen und Aushauchen des Atems und von daher übertragen
als inspiratorisch erfüllender und enthusiastisch ergreifender Hauch des
Geistes nach innen und außen wirksam ist." (KLEINKNECHT)
Die Besonderheit der Wirkung des Pneuma kommt ursprünglich in der Inspirationsauffassung
etwa der Apollinischen Weissagung oder in der ähnlich vorgestellten Dichterbegabung
durch die Musen und in der poetischen Eingebung zum Ausdruck, die den Dichter
zum Seher und Propheten macht. Eine besondere Rolle spielte der Pneuma-Begriff
in der griechischen Medizin, wo das Pneuma zur grundlegenden Macht im Leben
der gesamten organischen wie anorganischen Natur wird, da es alles zusammen
erfüllt, was zwischen Himmel und Erde ist.
Diese umfassende Bedeutung von Pneuma wurde dann von PLATON und ARISTOTELES
aus zwei völlig verschiedenen Ansatzpunkten heraus einer Beschreibung zugeführt,
die das westliche Denken von Welt und Mensch bis in die Gegenwart bestimmen
sollte.
Nach PLATON nimmt der Geist unter den Erkenntnisformen der Seele die höchste
Stufe ein. Er ist gleichsam das Auge der Seele, durch welches diese die ewigen
Urbilder (Ideen) erblickt, die ihrerseits immer der Seele zugeordnet bleiben.
Doch kann der Geist nur Dinge erkennen, weil er schon in einem vorweltlichen
Leben die Ideen unmittelbar geschaut hat. Erkenntnis wird somit zu Wiedererinnerung.
ARISTOTELES analysiert hingegen die Struktur des Geistes unter Betonung seiner Angewiesenheit auf die sinnliche Wahrnehmung und beschränkt den Geist auf den nouV (Nous), den Verstand, wobei die Aspekte des Prophetischen und Mystischen, der Inspiration und Weisheit des Pneuma außer acht gelassen werden. Diese Begrenzung des Geistbegriffes auf den Verstand wurde bis zur Neuzeit bestimmend.
Mit Beginn der Neuzeit wird Geist zusehends als Bewusstsein im Sinne des Wachbewusstseins
und des aktiven Umweltbezugs verstanden. Um 1850 ist diese Psychologisierung
des Geistbegriffes bereits zur Selbstverständlichkeit geworden. Symptomatisch
dafür ist vor allem die Gleichsetzung der Begriffe Geist und Seele sowie
die zunehmende Verdrängung des "Geistes" durch die "Seele",
die in einem umfassenden Begriff des Psychischen als natürliche Welt- und
Lebenseinheit verstanden wird.
In dieser Formulierung des Psychischen wird Geist als Teilaspekt erfüllter
Weltverbindung oder als zersetzende Rationalität verstanden, die den Lebensstrom
versengt und seine Fülle tötet (der Geist als Widersacher der Seele).
So gerät der Begriff des Geistes völlig in Misskredit: zum einen,
weil Geist mit Rationalität, ja sogar technischer Rationalität gleichgesetzt
und als lebensstörend bezeichnet wird, zum anderen, weil in sprachphilosophischen
und neopositivistischen Richtungen der Begriff "Geist" als nicht eindeutig
zu definierender Begriff verworfen wird. Schließlich stellt sich auch
in der Anthropologie eine Tendenz ein, den Begriff "Geist" wegen seiner
Behaftung mit metaphysischen Bestimmungen und Gehalten zu vermeiden.
Im Gegenzug zu dieser Entthronung des Geistes entfaltet sich im vorwissenschaftlichen
Bereich von Esoterik, Okkultismus, Spiritismus und Mystizismus, der zur Zeit
allein auf dem Buchmarkt alle wissenschaftlichen Publikationen an Zahl und Verkaufsquote
weit in den Schatten stellt, eine Renaissance des Geistbegriffes in Richtung
der ursprünglichen Bedeutung von Pneuma.
Auf wissenschaftlicher Seite kommt der Anstoß für ein Verständnis
einer Substantialität des menschlichen Geistes von der Naturwissenschaft.
So schreibt der Neurologe und Neurochirurg Wilder PENFIELD:
"Die körperliche Grundlage des Geistes ist die Gehirntätigkeit
in jedem Individuum. Sie begleitet die Aktivität seines Geistes, aber der
Geist ist frei. Er besitzt die Fähigkeit, einen gewissen Grad von Initiative
zu entfalten. Der Geist ist der Mensch, den man kennt. Er muss während
Perioden des Schlafs oder des Komas stets Kontinuität haben. Dann mutmaße
ich auch, dass dieser Geist nach dem Tod des Menschen irgendwie weiterleben
muss. Ich kann nicht daran zweifeln, dass viele Menschen Beziehungen zu Gott
aufnehmen und Führung und Leitung von einem höheren Geist erfahren.
Aber dies alles sind persönliche Überzeugungen, die jeder Mensch für
sich akzeptieren mag oder nicht."
b) Ethik des Pneuma
Damit stehen wir bereits vor der grundsätzlichen Frage einer Ethik des Pneuma und des Menschen überhaupt: Ist der Träger des Ichbewusstseins, das Pneuma, der Geist, für sich entscheidungsfähig und damit verantwortlich oder gibt es keinen Träger des Ichbewusstseins, weil es sich beim Ichbewusstsein nur um ein Epiphänomen biologischer Prozesse bzw. äußerer Konditionierungen handelt? Wenn Letzteres der Fall wäre, müsste man von einer Ethik des Pneuma und des Menschen absehen. Nun hat aber gerade die Hirnforschung gezeigt, dass es keine Isomorphie von Hirnbereich und Bewusstsein, von Ich und Denken gibt. Denn ob
"die Person einheitlich bleibt, hängt nun nicht von der objektiven Physiologie des Gehirns ab, sondern in entscheidendem Maße von dem Verhalten der Person selber. Wer in Widersprüchen lebt, Persönlichkeitsteile abspaltet, verdrängt, lügt und mit sich selber und der Welt uneins ist, der wird nach Balkendurchtrennung auch eher dissonante Persönlichkeitsmerkmale in beiden Hirnhälften aufweisen. Die Split Brain Operation, welche die beiden Großhirnhälften voneinander trennt, spaltet nicht ohne weiteres die Seele, sondern nur das, was sie schon selber zerstückelt hat. Nicht die Physik (als Physiologie) entscheidet über die Einheit des Menschen, sondern der Mensch selber mit seiner gelebten Moral." (D. LINKE)
Die angeführten Argumente werfen schließlich die Frage auf, ob die Besonderheit des menschlichen Bewusstseins vielleicht nur von einem Gnadenakt her verstanden werden kann, der einer weiteren Analyse durch den Menschen nicht freisteht, womit die Theologie angesprochen wird.
Auf jeden Fall machen die gewonnenen Erkenntnisse verständlich, dass für eine Ethik des Geistes nicht mehr der begrenzte Begriff des Intellektes, sondern der umfassende Begriff des Pneuma Verwendung finden muss, der nicht nur Denken und Reflexion, sondern auch Intuition, Kreativität, Weisheit und das Einheitsbewusstsein des Menschen umfasst.
Damit sind auch die Grundthemen einer Ethik des Pneuma angesprochen:
- Erforschung der Reichweite des Pneuma und seiner anthropologischen wie gesellschaftlichen Implikationen
- Entfaltung und Schutz der vielseitigen Fähigkeiten des Pneuma im Individuum durch Familie, Ausbildung und kulturelle Veranstaltungen
- Hinführung der Leistungsbildung zur Persönlichkeitsformung in Überhöhung der reinen Leistungs- und Intelligenzförderung durch Stimulation von Intuition, Kreativität und Weisheit
- Gewissensfreiheit, gesellschaftliche, staatliche und religiöse Verpflichtung
- Sinnerfahrung, Sinndeutung und Sinnhaftigkeit
- Pädagogik, Lebensbilder und Lebensziele
- Willensfreiheit, Determinismus oder konditioniertes Verhalten
- Göttliches und natürliches Gesetz
- Selbstbestimmung, Selbsterhaltung, Selbstliebe und Selbstverwirklichung
- Glaube, Religionsfreiheit und Sinnvermittlung
- Gerechtigkeit, Strafe und Versöhnung
- Wesen, Idee und Prinzip des Guten
- Nächsten- und Feindesliebe
- Moralischer und kategorischer Imperativ
- Menschenrechte, Völkerrechte und Minderheitenrechte
- Göttliches, kasuistisches, natürliches, positives und sakrales Recht
- Ethische, intellektuelle, moralische, natürliche und theologisch-christliche Tugenden
- Arbeit, Arbeitslosigkeit und Langeweile
- Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
- Ästhetik, Muse und künstlerische Gestaltung
- Konfliktanalyse und Friedensvermittlung
- Kulturentfaltung und Völkerverständigung
- Lebensglück, Lebenssinn und Lebenshoffung
- Tod und Fortleben nach dem Tode
usw.
So hat eine Ethik des Pneuma die Umsetzung von Denken, Intuition, Kreativität und Weisheit in positive Lebensgestaltung und Lebenserfüllung zu fördern, dem Einsatz des Pneuma zur geistigen Eingrenzung, zur persönlichen Unterdrückung oder sogar zur Lebensvernichtung entgegenzuwirken und - soweit möglich - zu beheben.
5. Schlussbemerkung
Wissenschaft und Verantwortung in Physis, Bios, Psyche und Pneuma in der hier stückhaft skizzierten Bedeutung ist eine Herausforderung der Lebensvielfalt der Gegenwart. Dieser Herausforderung kann nur entsprochen werden, wenn alles Wissen und alle positive Lebenserfahrung eingesetzt wird, um die Vielfalt der Natur, die Physis, die Eigendynamik des lebenden Organismus, den Bios, die Mächtigkeit von Empfinden und Fühlen, die Psyche, und die Weite des Geistes, das Pneuma, zu beleben und mit Harmonie zu erfüllen.
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